Presse Mitteilung Wald & Klima Ursern

Aktualisiert: 18. Nov. 2021

Verein Wald und Klima Ursern

18.11.2021


Die Verbundenheit zum Urserntal und seiner wild rauen Natur führte eine Gruppe von Personen aus unterschiedlichen Berufen und Landesteilen zusammen mit dem Ziel, Teile des unterdurchschnittlich bewaldeten Hochtals aufzuforsten, um das Landschaftsbild aufzuwerten, einen Beitrag zu einer CO2 neutralen Gesellschaft zu leisten und das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie jeder Einzelne sich gegen den Klimawandel einsetzen kann.


Zu diesem Zweck wurde am 10. Mai 2021 der Verein Wald und Klima Ursern, gestützt auf eine private Initiative, gegründet. Mit dem Anlass am 18. November 2021 ist der offizielle Projektstart erfolgt.


Der Verein ist vorab mit der Korporation Ursern als grösste Grundeigentümerin im Tal eine langfristige Kooperation eingegangen. Grundlage für das Vorhaben bildet eine im Auftrag der kantonalen Fachbehörden erstellte Projektstudie «Aufforstung Urserntal» vom Dezember 2020.


Die gesamte Projektstudie umfasst rund 58 Hektaren, die in Etappen über mehrere Jahre bepflanzt werden sollen und sich über die Zeit zu Waldflächen entwickeln. Die Finanzierung erfolgt über Spendengelder, welche der Verein sammelt. Das Projekt wird im Feld durch das Forstrevier Uri Süd umgesetzt, wobei die Korporation Ursern die Bauherrschaft inne hat und das kantonale Amt für Forst und Jagd die fachliche Begleitung übernimmt.


Der Schutz des Waldes ist grundsätzlich eine Verbundaufgabe von Bund und Kantonen. Mit diesem Projekt leistet der Verein quasi einen über die Aufgaben der öffentlichen Hand hinaus gehenden «Zusatzeffort» in Sachen Aufforstung, zu dessen Realisierung sowohl eine spezielle Trägerschaft als auch eine spezielle Finanzierung erforderlich ist.



Gründe für die Aufforstung


Derzeit sind 6% des gesamten Tals als Wald klassifiziert. Auch wenn sich das Urserntal in einer alpinen Zone befinden und Bäume verschiedenen Naturgefahren ausgesetzt sind, besteht eine realistische Erfolgschance für die Wiederaufforstung.


Es gibt viele Gründe, warum das Tal, seine Einwohner und Gäste von mehr Waldflächen profitieren können: Umwelt- und Landschaftsschutz, Abwehr von Naturgewalten, Wissensvermittlung, Bildungsofferten für Jung und Alt mit Anschauungsmöglichkeit und Sensibilisierungseffekt vor Ort etc. Alle diese Gründe will der Verein mit einem Panoramablick kombinieren, um so die Symbiose möglichst vieler Faktoren herbeizuführen.



Beitrag des Aufforstungsprojektes im Urserntal zur Bekämpfung des Klimawandels


Wer im westlichen Erdteil in der sogenannten «Baby Boomer»-Generation aufwachsen durfte, hat ein mehrheitlich angenehmes Leben geniessen dürfen, die Welt bereist, aber infolgedessen – wenn auch nicht vorsätzlich – eine Menge fossiler Brennstoffe verbrannt und damit erheblich zur raschen Erderwärmung beigetragen. Es ist an der Zeit, damit anzufangen, einen Teil dieses schädlichen Vermächtnisses zu beseitigen


Es gibt drei Möglichkeiten, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, das grösste Problem unserer Zeit zu bekämpfen:


1. Reduzierung des individuellen CO2-Fussabdruckes und andere ermutigen, dasselbe zu tun;


2. Investitionen in neue Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie;


3. Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre durch die Anpflanzung neuer Bäume (die während ihres Wachstums CO2 speichern) oder andere Methoden.


Der Verein will für alle drei Bereiche sensibilisieren, wobei er sich bei seinem Projekt auf die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre durch das Pflanzen von Bäumen fokussieren.


Das Pflanzen von Bäumen in den Hochalpen ist anspruchsvoll (wegen der Steilheit der Hänge), teuer (aufgrund der nötigen Massnahmen zur Abwehr von Naturgefahren) und benötigt Zeit (aufgrund der kurzen Vegetationsperiode). So ist das Urserntal bei weitem nicht der kosteneffizienteste und wirtschaftlichste Ort der Welt, um Bäume zu pflanzen und so CO2 zu binden. Die Initianten sind jedoch der Überzeugung, dass es entscheidend ist, auf lokaler Ebene zu handeln und in der eigenen Umgebung etwas zu bewegen, um mit den Veränderungen zu beginnen.



Projektumsetzung


Der gemeinnützige und steuerbefreite Verein Wald und Klima Ursern sammelt Geld über Mitgliederbeiträge und Spenden. Mit den Einnahmen finanziert er die Aufforstungsschritte, welche in Zusammenarbeit mit der Korporation Ursern, dem Kanton Uri (Amt für Forst und Jagd) und dem Forstrevier Uri Süd umgesetzt werden. Nach Angaben des Vereins wird pro Setzling mit Kosten von CHF 20 kalkuliert. Neben den Aufwendungen für Setzlinge, Pflanzung und Schutzmassnahmen fallen Kosten für die Pflege an. Die ersten fünf Jahre ist eine intensive Begleitung notwendig und weitere 5 Jahre eine moderate Pflege. Anschliessend werden die Aufforstungsgebiete in die ordentliche Waldpflege eingebunden. Die umfassende Betreuung der aufgeforsteten Flächen in den ersten Jahren ist einer der Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Projektumsetzung. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, wo es die Arbeiten und das Gebiet erlauben, dass Vereinsmitglieder und andere Freiwillige die Förster beim Pflanzen und der Pflege des Waldes unterstützen. Die Teilnehmer/innen sollen bei dieser Gelegenheit für die Thematik Wald, Klima, Umwelt und individueller CO2-Fussabdruck sensibilisiert werden. Es handelt sich um ein langjähriges Projekt, wie obenstehende Ausführungen beschreiben, aber auch die Annahme zeigt, dass es für die Bindung des CO2s durch die Bäume 50-100 Jahre benötigt. Dieser Zeithorizont hebt nochmals die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Korporation Ursern hervor. Sie verwaltet und pflegt Grund und Boden im Tal schon seit Jahrhunderten und ist deshalb Garant dafür, dass die neuen Wälder Bestand haben werden.



Kontakt für Rückfragen Medienschaffender:


Verein Wald und Klima Ursern

Geschäftsstelle


Manuela Gehrig, manuela.gehrig@waldundklima.ch


Pascal Heiniger, paschal.heiniger@waldundklima.ch




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