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Verein Wald & Klima Ursern

"Eine nachhaltige Verbindung zwischen Mensch, Wald und Klima."

Eine Gruppe Gleichgesinnter hat dieses Projekt ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, unseren Respekt und Zuneigung zum Urserntal, zur Natur, zum Klima und zur Forstwirtschaft in unserem Aufforstungsprojekt zu vereinen.

Wer wir sind,
und was wir wollen

Die Verbundenheit zum Urserntal und seiner wild rauen Natur hat uns, eine Gruppe von Personen aus unterschiedlichen Berufen und Landesteilen, zusammengeführt. Gemeinsam sind wir bestrebt, Teile des unterdurchschnittlich bewaldeten Hochtals aufzuforsten, um das Landschaftsbild aufzuwerten, einen Beitrag zu einer CO2 neutralen Gesellschaft zu leisten und das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie jeder Einzelne sich gegen den Klimawandel einsetzen kann.


Zu diesem Zweck haben wir den Verein Wald und Klima Ursern gegründet und sind gleichzeitig mit der Korporation Ursern als grösste Grundeigentümerin im Tal eine langfristige Kooperation eingegangen. Grundlage für unser Vorhaben bildet eine im Auftrag der kantonalen Fachbehörden erstellte Projektstudie «Aufforstung Urserntal» vom Dezember 2020.


Der Schutz des Waldes ist grundsätzlich eine Verbundaufgabe von Bund und Kantonen. Mit unserem Projekt leisten wir quasi einen über die Aufgaben der öffentlichen Hand hinaus gehenden «Zusatzeffort» in Sachen Aufforstung, zu dessen Realisierung sowohl eine spezielle Trägerschaft als auch eine spezielle Finanzierung erforderlich ist.


Die gesamte Projektstudie umfasst rund 58 Hektaren, die in Etappen über mehrere Jahre bepflanzt werden sollen und sich über die Zeit zu Waldflächen entwickeln. Die Finanzierung erfolgt über Spendengelder, welche der Verein sammelt. Das Projekt wird im Feld durch das Forstrevier Süd umgesetzt, wobei die Korporation Ursern die Bauherrschaft inne hat und das kantonale Amt für Forst und Jagd die fachliche Begleitung übernimmt.


Vereinsmitglieder können einen aktiven Beitrag leisten, indem sie in den Aufforstungsgebieten mit anpacken und bei der Anpflanzung, Pflege und Instandhaltung der Waldflächen helfen. Diese und ähnliche Aktivitäten können dazu beitragen, global eine kleine, aber lokal eine grosse Wirkung zu erzielen.

 

Geschichte des 
Urserntals.

Archäologische Ausgrabungen belegen, dass das Urserntal in früheren Jahrhunderten weitgehend bis auf ca. 2000 m ü M. bewaldet war. Jedoch war das Tal bereits im 11. Jahrhundert schon fast unbewaldet. Eine Klimaveränderung, welche die Waldgrenze nach unten drückte, Siedler die für den Gewinn von Land- und Weidefläche den Wald rodeten sowie die Beweidung durch Gross- und Schmalvieh dürfte sich auch negativ auf die restlichen Waldbestände ausgewirkt haben. Naturgefahren wie Lawinen, Murgänge und Stürme haben sicherlich ebenfalls dazu beigetragen, den Waldbestand in Ursern zu reduzieren.

Um das Dorf Andermatt vor Lawinen zu schützen legten die Urschner bereits im Jahre 1397 den Wald am Gurschen unter Bann. 1802 und 1820 fanden im Bannwald am Gurschen erste Aufforstungsversuche statt. Der Beginn der Neuaufforstungen im Urserntal, immer verbunden mit ausgedehnten Lawinenverbauungen, datiert auf das Jahr 1873, mit der Erweiterung des Bannwaldes am Gurschen. 1874 begann man mit den Aufforstungen am St. Annaberg in Hospental, 1883 ob dem Dorf Realp und im Jahr 1934 startete man mit den Bepflanzungen am Kirchberg in Andermatt. 

Im letzten halben Jahrhundert, als die Land- und Alpwirtschaft zurückging, sind auf vielen ursprünglich genutzten Flächen Gebüschwälder entstanden, die zu einem grossen Teil aus Grünerlen bestehen. Das Aufkommen von Fichten- und Lärchenwälder wird dadurch erheblich erschwert, wenn nicht sogar verhindert. Diese Erlenwälder tragen wenig zum Landschaftsbild bei und belasten zusätzlich den Boden mit Nitrat. Durch diese Übersäuerung wird das ökologische Gleichgewicht gestört und die Wasserqualität verschlechtert sich.

 

Warum jetzt ?

Derzeit sind 6% des gesamten Tals als Wald klassifiziert. Auch wenn wir uns in einer alpinen Zone befinden und Bäume verschiedenen Naturgefahren ausgesetzt sind, besteht im Urserntal eine realistische Erfolgschance für die Wiederaufforstung. Es gibt viele Gründe, warum das Tal, seine Einwohner und Gäste von mehr Waldflächen profitieren können: Umwelt- und Landschaftsschutz, Abwehr von Naturgewalten, Wissensvermittlung, Bildungsofferten für Jung und Alt mit Anschauungsmöglichkeit und Sensibilisierungseffekt vor Ort etc. Alle diese Gründe will unser Verein mit einem Panoramablick kombinieren, um so die Symbiose möglichst vieler Faktoren herbeizuführen.

 

Wie können wir mit unserem Projekt zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen?

Wer im westlichen Erdteil in der sogenannten «Baby Boomer»-Generation aufwachsen durfte, hat ein mehrheitlich angenehmes Leben geniessen dürfen, die Welt bereist, aber infolgedessen - wenn auch nicht vorsätzlich - eine Menge fossiler Brennstoffe verbrannt und damit erheblich zur raschen Erderwärmung beigetragen. Es ist an der Zeit, dass wir anfangen, einen Teil dieses schädlichen Vermächtnisses zu beseitigen

Es gibt drei Möglichkeiten, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, das grösste Problem unserer Zeit zu bekämpfen:

  1. Reduzierung unseres individuellen CO2-Fussabdruckes und andere ermutigen, dasselbe zu tun;

  2. Investitionen in neue Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie;

  3. Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre durch die Anpflanzung neuer Bäume (die während ihres Wachstums CO2 speichern) oder andere Methoden.

Wir wollen für alle drei Bereiche sensibilisieren, wobei wir uns bei unserem Projekt auf die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre durch das Pflanzen von Bäumen fokussieren.


Das Pflanzen von Bäumen in den Hochalpen ist anspruchsvoll (wegen der Steilheit der Hänge), teuer (aufgrund der nötigen Massnahmen zur Abwehr von Naturgefahren) und benötigt Zeit (aufgrund der kurzen Vegetationsperiode). So ist das Urserntal bei weitem nicht der kosteneffizienteste und wirtschaftlichste Ort der Welt, um Bäume zu pflanzen und so CO2 zu binden. Wir glauben jedoch, dass es entscheidend ist, auf lokaler Ebene zu handeln und in der eigenen Umgebung etwas zu bewegen, um mit den Veränderungen zu beginnen. Die Zusammenarbeit mit der Korporation Ursern, die Grund und Boden im Tal schon seit Jahrhunderten verwaltet und pflegt, ist Garant dafür, dass die neuen Wälder Bestand haben werden.

Wie arbeiten wir?

Es gibt fünf Kernelemente, die uns beim Erreichen unserer Ziele unterstützen.

 

  • Wir sammeln Geld über Mitgliederbeiträge und mittels Spenden, kleine und grosse. Wir sind aufgrund unseres gemeinnützigen Zweckes steuerbefreit.

 

 

  • Mit den Einnahmen finanzieren wir die ersten Etappen des 58 Hektar umfassenden Aufforstungsprojektes in Zusammenarbeit mit der Korporation Ursern, dem Kanton Uri (Amt für Forst und Jagd) und dem Forstrevier Uri Süd 

 

  • Wir prüfen die Möglichkeit, verifizierte Zertifikate (Ausweis wie viel CO2 die von uns gepflanzten Bäume binden) an Unternehmen und andere Interessierte zu verkaufen, die so ihre Treibhausgasemissionen ausgleichen. Durch CO2-Zertifikate kann der Netto-CO2-Fussabdruck formell reduziert werden.

 

  • Wir organisieren Einsätze zugunsten des Klimas für Einzelpersonen, Schulkinder, Familien, Arbeitskollegen und andere Freiwillige, die den Förstern beim Pflanzen der Setzlinge und bei der Pflege des Waldes helfen.

  • Wir tragen dazu bei, das Bewusstsein für unseren individuellen CO2 Fussabdruck zu schärfen undzu zeigen, wie wir ihn verringern können. Erfahren Sie mit dem CO-2 Rechner Ihren Fussabdruck

 
 

Wie können Sie helfen?

  1. Werden Sie Mitglied 
     

  2. Spenden Sie 
     

  3. Verbringen Sie Zeit mit uns im Urserntal, um die Wälder zu pflegen und beim Pflanzen der Bäume zu helfen.
     

  4. Lernen Sie Ihren CO2-Fussabdruck kennen und wie Sie ihn verringern können. Werden Sie klimaneutral, indem Sie Ihren Fussabdruck und den Ihrer Familie reduzieren und den Rest ausgleichen, indem Sie uns helfen, Bäume zu pflanzen! 
     

  5. Bringen Sie Ihr Unternehmen oder Ihren Arbeitgeber dazu, klimaneutral zu werden, indem das Unternehmen den CO2-Fussabdruck reduziert und uns beim Pflanzen von Bäumen durch direkte Spenden oder aktive Arbeitseinsätze hilft.